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Welche Komponenten bestimmen die Qualität eines industriellen Motherboards?

Jan 29, 2026

Robuste Konstruktionsstandards und Umweltzertifizierungen

Warum Standard-ATX-Boards in rauen Umgebungen versagen

Reguläre ATX-Motherboards wurden tatsächlich eher für Büroanwendungen als für anspruchsvolle industrielle Einsatzgebiete konzipiert. Diese Boards verfügen weder über Schutzbeschichtungen noch über zusätzliche strukturelle Verstärkungen oder Komponenten, die über extreme Temperaturbereiche hinweg zuverlässig funktionieren. Dadurch sind sie anfällig für Störungen, wenn sie beispielsweise ständigen Temperaturschwankungen, Erschütterungen, Staubansammlungen und Feuchtigkeit ausgesetzt sind. Bei Temperaturschwankungen zwischen −20 Grad Celsius und 60 Grad Celsius dehnen und ziehen sich die Board-Materialien wiederholt aus bzw. zusammen, bis schließlich die Lötverbindungen zu reißen beginnen. Auch Vibrationen stellen ein erhebliches Problem dar – insbesondere in Umgebungen mit viel Bewegung, wie etwa Fahrzeugen oder Fabriken mit ständig laufenden schweren Maschinen. Diese Erschütterungen können tatsächlich jene winzigen oberflächenmontierten Bauteile vom Board lösen; dies erklärt laut aktuellen Studien die um rund 35 Prozent höhere Ausfallrate in solchen rauen Umgebungen. Staub dringt in die Elektronik ein und verursacht Kurzschlüsse, während Feuchtigkeit im Laufe der Zeit die Kupferleitungen angreift. All diese Faktoren zusammen bedeuten, dass Standard-ATX-Boards unter starken Beanspruchungen in der Regel nur etwa ein Drittel so lange halten wie ihre robusten Gegenstücke.

Wie IEC 60068 und MIL-STD-810G den echten industriellen Grad definieren

Robustheit auf Industrieniveau ist nicht nur eine Annahme über die Ausrüstung; sie muss durch Zertifizierungen wie IEC 60068 und MIL-STD-810G tatsächlich nachgewiesen werden. Dabei handelt es sich nicht um willkürliche Tests, sondern um etablierte Industriestandards, die deutlich höhere Anforderungen stellen, als die meisten kommerziellen Produkte jemals erfüllen müssen. Nehmen Sie beispielsweise die IEC 60068: Die Anforderungen sind äußerst anspruchsvoll – Komponenten müssen über 500 Stunden lang extremen Temperaturschwankungen von minus 40 Grad Celsius bis hin zu 85 Grad Celsius bei gleichzeitiger Belastung durch Feuchtigkeitszyklen standhalten. Hinzu kommt eine komplexe Vibrationsprüfung. Dann gibt es noch die MIL-STD-810G, die zusätzliche Herausforderungen mit sich bringt, darunter Prüfungen zur Beständigkeit von Geräten in explosionsgefährdeten Umgebungen, bei direkter Sonneneinstrahlung sowie bei mechanischen Stößen mit einer Beschleunigung von bis zu 40 G. Wenn Leiterplatten beide dieser strengen Prüfungen bestehen, zeigen sie messbare Vorteile im praktischen Einsatz – Vorteile, die Hersteller quantifizieren und Kunden verlässlich nutzen können.

Konformitätskennzahl Kommerzielle Leiterplatte Zertifizierte Industrie-Leiterplatte
Betriebstemperatur -20°C bis 60°C -40°C bis 85°C
Vibrationsfestigkeit ≤ 5 Grms ≥ 20 Grms
Mittlere Zeit bis zum Ausfall 30.000 Stunden 100.000+ Stunden

Diese doppelte Zertifizierung gewährleistet eine nachhaltige Zuverlässigkeit bei Einsatzdauern von mehr als zehn Jahren auf Ölplattformen, in militärischen Systemen und automatisierten Fabriken – mit einer Reduzierung der Feldausfälle um 60 % (Industrielle Zuverlässigkeitsstudie 2023).

Zuverlässigkeit auf Komponentenebene: Kondensatoren, Stromversorgungsintegrität und Leiterplattenkonstruktion

Industrielle Hauptplatinen erfordern eine strenge Auswahl der Komponenten – nicht nur anhand der technischen Spezifikationen, sondern vor allem hinsichtlich ihrer Langzeitausdauer im Dauerbetrieb. Jedes einzelne Element muss langfristige Stabilität unter thermisch anspruchsvollen, elektrisch störanfälligen sowie chemisch aggressiven Umgebungsbedingungen sicherstellen.

Elektrolyt- versus Feststoff-Polymer-Kondensatoren: Auswirkungen auf die mittlere Zeit bis zum Ausfall

Die gewählte Kondensatorart spielt eine entscheidende Rolle bei der Bestimmung der Lebensdauer eines Systems. Elektrolytkondensatoren mögen auf den ersten Blick attraktiv erscheinen, da sie kostengünstiger sind; sie neigen jedoch dazu, sich bei Hitze ziemlich schnell zu verschlechtern. Die meisten versagen deutlich vor Erreichen von 50.000 Betriebsstunden. Feststoff-Polymerkondensatoren erzählen hingegen eine andere Geschichte: Dank ihres niedrigen ESR-Werts und der Tatsache, dass sie nicht unter dem Trocknen des Elektrolyten leiden, können diese Komponenten über 250.000 Stunden lang halten. Was sie wirklich von anderen unterscheidet, ist ihre Fähigkeit, einen Dauerbetrieb bei Temperaturen oberhalb von 105 Grad Celsius ohne Leistungseinbußen zu bewältigen. Für Hersteller, die hochzuverlässige Automatisierungsausrüstung fertigen, bei der Ausfallzeiten Geld kosten, macht dies den entscheidenden Unterschied. Systeme mit diesen fortschrittlichen Kondensatoren weisen typischerweise eine um rund 40 % höhere mittlere Zeit zwischen Ausfällen (MTBF) auf – was sich in erheblichen Einsparungen über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg niederschlägt.

Mehrstufige LC-Filterung und konforme Beschichtung für langfristige Stabilität

Wenn es um die Spannungsintegrität geht, spielt die mehrstufige LC-Filterung eine zentrale Rolle. Diese Kombinationen aus Drosselspulen und Kondensatoren reduzieren Spannungswelligkeit und elektromagnetische Störungen um etwa 15 bis 20 dB im Vergleich zu einfacheren einstufigen Ansätzen. In Kombination mit konformen Beschichtungen auf Acryl- oder Silikonbasis ergibt sich ein äußerst wirksames Schutzsystem gegen Probleme wie Dendritenbildung, das Eindringen von Wasser in empfindliche Bereiche sowie die lästigen Kurzschlüsse, die durch Korrosion verursacht werden. Diese Kombination hat sich in feuchten Umgebungen – beispielsweise innerhalb von Lebensmittelverarbeitungsbetrieben – als in der Lage erwiesen, Feldausfälle um rund zwei Drittel zu senken. Ein weiterer wichtiger Aspekt für Ingenieure ist die Auswahl des geeigneten Leiterplattensubstratmaterials. Für industrielle Anwendungen werden üblicherweise Hoch-Tg-Materialien bevorzugt, deren Glasübergangstemperatur über 170 Grad Celsius liegt, da sie wiederholten Erwärmungs- und Abkühlungszyklen deutlich besser standhalten, ohne zu versagen.

Thermisches Management und lüfterlose Robustheit

Dampfkammern, Kupfer-Wärmerohre und Optimierung der Wärmeübertragungswege

In Umgebungen, in denen sich Staub ansammelt, Korrosion auftritt oder eine regelmäßige Wartung nicht möglich ist, sind lüfterlose Systeme nicht nur bevorzugt – sie sind absolut erforderlich. Doch deren Funktionsfähigkeit erfordert gründliche Überlegungen zur Wärmeableitung. Das Herzstück einer effektiven passiven Kühlung bilden Dampfkammern in Kombination mit Kupfer-Wärmerohren, die sich auf jene elegante Phasenwechselphysik stützen, um Wärme von Prozessoren und zugehörigen Chips abzuleiten. Kupfer leitet Wärme mit etwa 400 Watt pro Meter Kelvin, wodurch es Wärme seitlich sehr schnell verteilt. Dampfkammern übernehmen anschließend die Verteilung dieser Wärme auf größere Flächen. Wenn es um die Optimierung thermischer Pfade geht, spielen Hochleistungs-Interface-Materialien eine entscheidende Rolle. So können beispielsweise Graphen-verstärkte Wärmeleitpasten im Vergleich zu herkömmlichen Silikonmaterialien die Wärmeübertragung verbessern – konkrete Werte variieren jedoch je nach Anwendungsfall. All dies zusammen mit klassischen, stranggepressten Aluminium-Kühlkörpern sowie einer intelligenten Komponentenplatzierung hält die CPU-Temperatur selbst bei konstanten Lasten von 150 Watt unter 80 Grad Celsius. Und das Beste daran? Die Systeme laufen kontinuierlich geräuschlos, und zwar über den gesamten Temperaturbereich von minus 20 bis plus 60 Grad Celsius.

Industrielle I/O-, Erweiterungs- und Lebenszykluskompatibilität

COM Express Typ 7 und andere modulare Standards für zukunftssichere Systeme

Wenn es um dauerhafte Leistungsfähigkeit in industriellen Rechensystemen geht, zählt nicht allein die Leistungsfähigkeit der Hardware-Spezifikationen, sondern vielmehr, wie gut sich das System im Laufe der Zeit warten und aufrüsten lässt. Nehmen Sie beispielsweise modulare Standards wie COM Express Type 7. Diese Standards trennen das eigentliche Rechenmodul von der Trägerplatine, sodass Unternehmen ihre Systeme aktualisieren können, ohne sämtliche Komponenten von Grund auf neu entwickeln zu müssen. Hier ergeben sich mehrere wichtige Vorteile: Erstens bieten diese Systeme bereits integrierte Unterstützung für wesentliche industrielle Kommunikationsprotokolle wie RS-232/485, GPIO-Anschlüsse und CAN-Bus-Schnittstellen. Zweitens ermöglichen sie eine Erweiterung über Standard-PCIe- und PCI-Steckplätze. Darüber hinaus passen sich die Trägerplatinen-Designs an veränderte thermische Anforderungen an, sobald sich die Leistungsanforderungen in Zukunft weiterentwickeln. Was diesen Ansatz besonders auszeichnet, ist die Tatsache, dass Hersteller üblicherweise die Verfügbarkeit von Ersatzteilen für einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren oder länger garantieren – ein deutlicher Kontrast zu Consumer-Elektronik, die oft bereits nach zwei bis drei Jahren veraltet ist. Die Fähigkeit, die Rückwärtskompatibilität über verschiedene Gerätegenerationen hinweg sicherzustellen, schützt zudem erhebliche Automatisierungsinvestitionen. So belaufen sich laut einer 2023 vom Ponemon Institute veröffentlichten Studie die durch ungeplante Fabrikabschaltungen verursachten Kosten im Durchschnitt auf rund 740.000 US-Dollar.

Häufig gestellte Fragen

Warum versagen Standard-ATX-Boards in rauen Umgebungen?

Standard-ATX-Boards versagen in rauen Umgebungen aufgrund des Fehlens schützender Beschichtungen, einer mangelnden strukturellen Stabilität sowie ihrer Unfähigkeit, extremen Temperaturen, Vibrationen, Staub und Feuchtigkeit standzuhalten.

Was beinhalten die Zertifizierungen nach IEC 60068 und MIL-STD-810G?

IEC 60068 und MIL-STD-810G bescheinigen, dass Komponenten intensiven Bedingungen standhalten können – darunter breite Temperaturbereiche, Luftfeuchtigkeit, Vibrationen und Stöße – und somit für den industriellen Einsatz geeignet sind.

Warum sind Feststoff-Polymerkondensatoren besser für den industriellen Einsatz geeignet?

Feststoff-Polymerkondensatoren eignen sich besser für industrielle Anwendungen, da sie eine längere Lebensdauer aufweisen, hohen Temperaturen standhalten und sich nicht so schnell verschlechtern wie elektrolytische Kondensatoren.

Welche Vorteile bieten modulare Standards wie COM Express Type 7?

Modulare Standards wie COM Express Type 7 ermöglichen eine einfache Aufrüstung, gewährleisten Kompatibilität über den gesamten Lebenszyklus und sichern die Unterstützung industrieller Kommunikationsprotokolle, wodurch die Systemlebensdauer und -anpassungsfähigkeit verbessert werden.

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